Freitag, 19 September 2025 13:39

Weltkriegsbomben in Berlin und Cottbus entdeckt und entschärft

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Evakuierung wegen Bombenentschärfung in Berlin und Cottbus Evakuierung wegen Bombenentschärfung in Berlin und Cottbus Pixabay/Foto illustrativ

Am Freitagmorgen kam es gleich an mehreren Orten in Deutschland zu Bombenentschärfungen. In Berlin-Spandau mussten 12.400 Menschen ihre Wohnungen verlassen, weil eine 100-Kilo-Bombe unschädlich gemacht werden sollte. Auch in Cottbus wurde eine 50-Kilo-Brandbombe entschärft. Beide Funde stammen aus dem Zweiten Weltkrieg und führten zu umfangreichen Sperrungen.

Inhaltsverzeichnis:

Neuendorfer Straße in Berlin-Spandau

Die Bombe russischer Bauart wurde am Mittwoch bei Erdarbeiten entdeckt. Ein Sperrkreis von 500 Metern wurde eingerichtet. Seit 8 Uhr am Freitag durfte sich dort niemand mehr aufhalten. Laut Polizei wurde kontrolliert, ob alle Anwohnenden die Zone verlassen hatten. Dazu kamen Lautsprecherwagen und Warnmeldungen über den Katastrophendienst.

Betroffen war auch das Vivantes-Klinikum an der Spandauer Havel. Der Betrieb der Rettungsstelle wurde eingestellt. Während der Entschärfung durften Gebäude weder betreten noch verlassen werden. Auch eine Pflegeeinrichtung lag innerhalb des Sperrgebiets. Schulen und Kitas wie die Lynar-Grundschule oder die Awo-Kita Wundertüte blieben geschlossen.

Evakuierungen und Unterkünfte

Seit 7 Uhr standen Notunterkünfte bereit. Betroffene konnten in die Turnhalle des Kant-Gymnasiums und in die Turnhalle an der Birkengrundschule ausweichen. Die Polizei warnte zusätzlich vor erheblichen Verkehrsbehinderungen. Mehrere Straßen und Teile der Havel waren vollständig gesperrt. Dazu gehörten:

  • Neuendorfer Straße
  • Schäferstraße
  • Schützenstraße
  • Parkstraße
  • Eiswerderstraße
  • Brauereihof
  • Kurstraße zwischen Lynarstraße und Jagowstraße
  • Gewässer der Havel zwischen Spandauer See und Paula-Hirschfeld-Steig

Die Evakuierung in Spandau gehört zu den größten in Berlin seit Jahren. Bereits am Donnerstagabend war eine weitere Bombe an der Fischerinsel gefunden worden. Dort mussten 10.000 Menschen evakuiert werden.

Brandbombe in Cottbus-Kahren

Auch in Brandenburg gab es am Freitagmorgen eine Entschärfung. Eine 50-Kilo-Brandbombe deutscher Bauart mit russischem Zünder wurde im Stadtteil Kahren gefunden. Die Bombe war in schlechtem Zustand. Der Zünder wurde vor Ort gesprengt, der Rest später nach Kummersdorf gebracht.

Die Fundstelle lag nahe der geplanten Autobahnanschlussstelle Cottbus-Ost. Zunächst war von Bauarbeiten ausgegangen worden, tatsächlich hatte ein Anwohner den Hinweis gegeben. Ein Abschnitt der Autobahn A15 zwischen Cottbus Süd und Roggosen musste für mehrere Stunden gesperrt werden. Am Vormittag wurde die Strecke wieder freigegeben.

Fischerinsel in Berlin-Mitte

Zusätzlich meldete die Polizei am Freitagmorgen eine weitere Entschärfung in Berlin-Mitte. Dort wurde ein Blindgänger geborgen. Nach kurzer Untersuchung konnte Entwarnung gegeben werden. Die Lage war weniger kritisch als in Spandau.

Übersicht der Bombenfunde am Freitag

  1. Berlin-Spandau: 100-Kilo-Bombe, 12.400 Menschen evakuiert
  2. Berlin-Mitte: Blindgänger an der Fischerinsel, keine Gefahr mehr
  3. Cottbus-Kahren: 50-Kilo-Brandbombe, Sperrung der A15 aufgehoben

Alle drei Funde stammen aus dem Zweiten Weltkrieg und erforderten koordinierte Evakuierungen und Sperrungen. Die Polizei und der Kampfmittelbeseitigungsdienst waren im Dauereinsatz.

Quelle: rbb24, webrivaig.com/de