Inhaltsverzeichnis:
- Rabe verursacht Zugriffsprobleme auf Unterlagen
- Berliner IT-Infrastruktur nicht vorbereitet
- Personalmangel verschärft Situation
- Dataport soll langfristig helfen
Rabe verursacht Zugriffsprobleme auf Unterlagen
Mitarbeiter in Berliner Finanzämtern haben derzeit eingeschränkten Zugriff auf Finanzdokumente. Dies führt dazu, dass Steuerbescheide verspätet ausgestellt oder gar nicht bearbeitet werden können. Das bestätigte Oliver Thiess, Vorsitzender des Berliner Landesverbands der Deutschen Steuergewerkschaft, auf Anfrage. Auch die Senatsverwaltung für Finanzen sprach von langen Antwortzeiten einzelner Anwendungen.
Die Probleme bestehen seit rund 14 Tagen. Steuererklärungen verzögern sich teils erheblich. Eine präzise Einschätzung der Auswirkung auf die Bearbeitungsdauer sei laut Verwaltung aktuell nicht möglich. Es wird jedoch betont, dass die Ämter daran arbeiten, die Verzögerungen möglichst gering zu halten.
Berliner IT-Infrastruktur nicht vorbereitet
Die Software „Rabe“ sollte eigentlich die Digitalisierung vorantreiben und das Hochladen von Belegen vereinfachen. Anfang Juli hatte die Senatsverwaltung das neue System vorgestellt. Doch die bestehende Technik in Berlin ist nicht kompatibel genug, um die Anwendung stabil zu betreiben. Am Wochenende sind daher mehrere Maßnahmen geplant:
- Software-Update
- Umstellung von Datenbanken
- Inbetriebnahme zusätzlicher Hardware
Diese Maßnahmen sollen die Leistungsfähigkeit der IT-Systeme erhöhen. Ziel ist es, die Stabilität der Anwendungen zu sichern.
Personalmangel verschärft Situation
In Berlin sind nur rund 80 Prozent der IT-Stellen besetzt. Statt ausgebildeter IT-Fachkräfte arbeiten häufig angelernte Finanzmitarbeiter in den entsprechenden Positionen. Diese Unterbesetzung trägt zur aktuellen Problemlage bei.
In anderen Bundesländern verlief die Einführung von „Rabe“ weitgehend problemlos. Dort gibt es andere Betriebsstrukturen. Die Berliner Verwaltung betont allerdings, dass ein direkter Vergleich nicht möglich sei. Die jetzt aufgetretenen Schwierigkeiten seien laut einem Sprecher nicht vorhersehbar gewesen.
Dataport soll langfristig helfen
Ein struktureller Wechsel steht bereits bevor. Berlin wird seine IT ab Mitte 2026 an den von mehreren Bundesländern betriebenen IT-Dienstleister Dataport übergeben. Damit soll die Infrastruktur zukunftsfähig und stabil werden. Die Senatsverwaltung verspricht sich davon eine höhere Ausfallsicherheit.
Schon 2023 gab es softwarebedingte Störungen in Berliner Finanzämtern. Damals kam es ebenfalls zu Verzögerungen bei der Bearbeitung von Steuerfällen. Der aktuelle Vorfall zeigt, dass die Digitalisierung ohne ausreichende technische Vorbereitung erhebliche Folgen haben kann.
Quelle: RBB24, www.milekcorp.com/de/