Freitag, 01 August 2025 18:29

Tollwut bei Fledermaus in Berlin nachgewiesen

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Nachweis von Fledermaustollwut in Berlin bestätigt Nachweis von Fledermaustollwut in Berlin bestätigt Foto: pixabay

In Berlin wurde erneut Fledermaustollwut festgestellt. Betroffen war ein Tier aus dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Behörden mahnen zur Vorsicht im Umgang mit Wildtieren. Jährlich kommt es in Berlin zu etwa fünf bestätigten Fällen dieser seltenen Virusinfektion. Dabei ist die Übertragung auf den Menschen sehr ungewöhnlich. Dennoch gelten klare Verhaltenshinweise.

Inhaltsverzeichnis:

Fledermaus in Charlottenburg-Wilmersdorf positiv getestet

Bei einer toten Fledermaus in Berlin-Charlottenburg wurde Tollwut diagnostiziert. Es handelt sich um eine Variante des Virus, die sich geringfügig von der Fuchstollwut unterscheidet. Die Übertragung geschieht durch Kontakt mit infiziertem Speichel, meist durch Bisse oder Kratzer. Die Berliner Gesundheitsbehörden reagierten umgehend. Die Analyse erfolgte in einem spezialisierten Labor.

Laut einem Merkblatt des Landkreises Teltow-Fläming werden jährlich rund fünf Fledermäuse mit Tollwut in Berlin entdeckt. Auch in Brandenburg werden vereinzelt Fälle gemeldet. Die tatsächliche Zahl der infizierten Tiere dürfte höher liegen, genaue Daten fehlen jedoch. Der Nachweis erfolgt fast ausschließlich bei verendeten oder verletzten Tieren, die gefunden und untersucht werden.

Drei bekannte Fälle beim Menschen in Berlin

Zwischen 2020 und 2025 kam es in Berlin zu drei bestätigten Übertragungen der Fledermaustollwut auf Menschen. Das teilte die Deutsche Presse-Agentur mit. Einzelfälle dieser Art gelten als extrem selten. Die Übertragung ist nur bei direktem Kontakt mit infizierten Tieren möglich. Auch Haustiere können betroffen sein, obwohl dies bislang kaum dokumentiert wurde.

Die Senatsverwaltung ruft zur Vorsicht im Umgang mit Fledermäusen auf. Verletzte Tiere sollten nie mit bloßen Händen berührt werden. Stattdessen sollen dicke Handschuhe verwendet oder fachkundige Stellen informiert werden. In Berlin sind Anlaufstellen wie der Verein BAT in der Zitadelle Spandau und das Fledermaustelefon des NABU für solche Fälle zuständig.

Kita-Kinder in Sachsen-Anhalt vorsorglich geimpft

Ein ungewöhnlicher Vorfall ereignete sich in Milzhau, Sachsen-Anhalt. Dort wurde auf einem Kindergartengelände eine tollwütige Fledermaus gefunden. Da unklar war, ob Kinder mit dem Tier in Berührung gekommen waren, wurden vorsorglich alle 65 Kinder geimpft. Die Maßnahme erfolgte nach Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt.

Tollwut ist weltweit ein ernstzunehmendes Virus. In Deutschland ist die Gefahr jedoch gering. Die Fuchstollwut gilt hier seit 2008 als ausgerottet. Der letzte Fall bei einem Fuchs wurde 2006 gemeldet. Nur sechs Fälle bei Menschen wurden seit 2001 registriert – alle nach Auslandsaufenthalten. Deutschland bleibt somit ein Land mit extrem niedriger Tollwutgefahr.

Quelle: RBB24, YouTube