Inhaltsverzeichnis:
- Berlin mit Rekordzahl von Schülerinnen und Schülern
- Katharina Günther-Wünsch sieht Lehrermangel erst langfristig gelöst
- Kritik des Landesschülerausschusses und überfüllte Klassen
- Brandenburg mit ähnlichen Herausforderungen
- Handyverbot an Grund- und Förderschulen in Brandenburg
Berlin mit Rekordzahl von Schülerinnen und Schülern
In Berlin besuchen rund 408.000 Kinder und Jugendliche die allgemeinbildenden Schulen. Das sind etwa 4.000 mehr als im vergangenen Jahr. 2022 wurde erstmals seit 25 Jahren die Marke von 400.000 überschritten. Besonders viele siebte Klassen sind überfüllt. Am kommenden Samstag werden rund 36.800 Kinder eingeschult.
Ob der Aufwärtstrend langfristig anhält, ist unklar. Zwar gibt es mehr Schüler, doch gleichzeitig sind die Geburtenzahlen zuletzt gesunken. Viele Kitas haben inzwischen freie Plätze. Ein weiteres Problem: 25.000 Schulplätze fehlen wegen unzureichender Gebäude.
Katharina Günther-Wünsch sieht Lehrermangel erst langfristig gelöst
Die Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) erklärte, dass der Personalmangel an Schulen noch Jahre bestehen werde. Bei Amtsantritt fehlten 1.500 Lehrkräfte, aktuell sind es 640. Laut Günther-Wünsch werde es mindestens fünf Jahre dauern, bis die Lücken geschlossen sind.
- Ausbau des Lehramtsstudiums
- bessere Rahmenbedingungen für Quereinsteiger
- Programme zur Personalbindung
Kritik des Landesschülerausschusses und überfüllte Klassen
Der Berliner Landesschülerausschuss kritisierte die Überlastung der Schulen. Am Heinrich-Schliemann-Gymnasium in Prenzlauer Berg sitzen 36 Kinder in einer Klasse. Trotz der Schulbauoffensive bleiben die Kapazitäten unzureichend.
Auch am Haushaltsentwurf für 2026/27 gibt es Kritik. Die geplante Finanzierung außerschulischer Bildung sichere keine langfristige Unterstützung für Träger, sondern beschränke sich auf allgemeine Themenfelder.
Brandenburg mit ähnlichen Herausforderungen
In Brandenburg starteten knapp 324.000 Kinder ins neue Schuljahr. Das Bildungsministerium verzeichnet ein Plus von 2.600 im Vergleich zum Vorjahr. Am Wochenende wurden 24.100 Erstklässler eingeschult. Insgesamt gibt es jetzt 953 Schulen, elf mehr als zuvor.
255 Vollzeitstellen für Lehrkräfte sind in Brandenburg unbesetzt. Seit August wurden 1.533 unbefristete und 1.142 befristete Lehrer eingestellt, fast die Hälfte davon Quereinsteiger – ein Höchststand der letzten zehn Jahre. Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) kündigte zudem Einsparungen bei Zusatzangeboten an. Betroffen könnten Chöre, Theatergruppen oder Schülerzeitungen sein.
Handyverbot an Grund- und Förderschulen in Brandenburg
Neu ist die Regelung zum Handygebrauch: Private Handys und Tablets müssen während des Unterrichts ausgeschaltet und weggelegt werden. Damit soll die Konzentration gesteigert werden.
In Berlin lehnt Katharina Günther-Wünsch ein generelles Handyverbot ab. Sie kündigte jedoch an, dass das Thema in den kommenden Monaten ausführlicher diskutiert werde.
Die neuen Schuljahre in Berlin und Brandenburg starten damit mit steigenden Schülerzahlen, Lehrermangel und veränderten Regeln für den Unterrichtsalltag.
Quelle: rbb24, www.welt.sn2world.com