Freitag, 18 Juli 2025 16:58

Psychiatrische Unterbringung nach Pfeil-Attacke in Berlin

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Mann mit Pfeil und Bogen am Zionskirchplatz in Berlin. Mann mit Pfeil und Bogen am Zionskirchplatz in Berlin. pixabay/Foto illustrativ

Sieben Monate nach einer ungewöhnlichen Attacke mit Pfeil und Bogen in Berlin-Mitte entschied das Landgericht über den Täter. Der 55-jährige Mann wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, jedoch unter strengen Auflagen zur Bewährung entlassen. Diese Entscheidung basiert auf der stabilen Entwicklung seines psychischen Zustands.

Angriff am Zionskirchplatz

Am Morgen des 18. Dezember 2024 stand der Mann in seiner Wohnung im vierten Stock am Zionskirchplatz. Mit mindestens zwei Pfeilen schoss er in Richtung eines Passanten. Während der Attacke rief er laut, dass alle "von der Mafia" seien und er sie töten werde. Ein Zeuge, der auf einer Bank saß, konnte sich hinter einem Baum in Sicherheit bringen und die Polizei verständigen. Ein Pfeil prallte gegen den Baum und fiel zu Boden, verletzt wurde niemand.

Gerichtsurteil und psychiatrische Diagnose

Das Gericht wertete die Tat als versuchte Nötigung und Bedrohung. Aufgrund einer diagnostizierten paranoiden Schizophrenie sei der Mann jedoch nicht schuldfähig. Er wurde vorläufig in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht, wo sich sein Zustand deutlich besserte. Für fünf Jahre gilt eine Führungsaufsicht, um seine Behandlung sicherzustellen.

Auflagen und Behandlung

Das Gericht ordnete mehrere Maßnahmen an, die der Täter einhalten muss:

  • Weiterführung der psychiatrischen Behandlung ambulant
  • Monatliche Depotmedikation
  • Verbot des Besitzes von Pfeilen oder ähnlichen Waffen
  • Verbot des Konsums von Alkohol und Betäubungsmitteln

Diese Auflagen sollen eine erneute Gefährdung verhindern. Die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung hatten dem Urteil zugestimmt.

Beweggründe des Täters

Der Mann, ein Geschäftsmann, gestand seine Tat und zeigte Reue. Er glaubte, sein Opfer sei Mitglied einer Bau-Mafia, gegen die er sich wehren wollte. Sein eigentliches Ziel sei es gewesen, Aufmerksamkeit zu erlangen und ernst genommen zu werden. Der Verdacht eines Komplotts und seine Ängste hatten ihn zu Drogen greifen lassen. Sein Verhalten war stark durch seine psychische Erkrankung beeinflusst.

Quelle: RBB24, www.milekcorp.com/de/