Inhaltsverzeichnis
- Cansel Kiziltepe und das neue Frauenhaus in Berlin
- Istanbul-Konvention und Deutschland seit 2018
- Bundeskriminalamt und Zahlen zur häuslichen Gewalt 2024
- Haushaltsmittel des Berliner Abgeordnetenhauses 2026 und 2027
Cansel Kiziltepe und das neue Frauenhaus in Berlin
Mit der neuen Einrichtung verfügt Berlin nun über insgesamt 393 Familienplätze mit 859 Betten für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder. Sozial- und Gleichstellungssenatorin Cansel Kiziltepe erklärte zur Eröffnung, dass Kinder in der Regel mehr als die Hälfte der Bewohnenden ausmachen.
Nach Vorgaben der Istanbul-Konvention muss Berlin 390 kostenlose Familienplätze bereitstellen. Aktuell existieren 239 davon in Frauenhäusern. Weitere Plätze sollen noch im laufenden Jahr geschaffen werden.
Zusätzlich stehen 154 Familienplätze in sogenannten Zufluchtswohnungen zur Verfügung. Diese sind jedoch kostenpflichtig. Bewohnerinnen müssen die Miete selbst tragen oder eine Kostenübernahme vorlegen. Diese Plätze werden nicht auf die vorgeschriebenen 390 kostenlosen Schutzplätze angerechnet. Parallel dazu werden auch strengere Regelungen diskutiert, höhere Strafen in Berlin stehen dabei im Fokus.
Kapazitäten im Überblick
- 26 Familienplätze im neuen Haus
- 10 Wohnungen
- 393 Familienplätze stadtweit
- 859 Betten insgesamt
Istanbul-Konvention und Deutschland seit 2018
Die Istanbul-Konvention wurde 2011 verabschiedet. Ziel ist es, Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt zu verhindern und zu bekämpfen. Staaten verpflichten sich zu politischen und rechtlichen Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt.
Seit August 2014 ist das Abkommen in Kraft. Deutschland trat im Februar 2018 bei. Mit dem neunten Frauenhaus rückt Berlin der vollständigen Umsetzung der Konvention einen Schritt näher. Einen Überblick über weitere politische Entwicklungen gibt es hier.
Das neue Gewalthilfegesetz sichert Kindern ein eigenständiges Recht auf Schutz und Beratung zu. Dieser Anspruch gilt zusätzlich zu dem Schutz der Mütter.
Bundeskriminalamt und Zahlen zur häuslichen Gewalt 2024
Nach Angaben des Bundeskriminalamts wurden im Jahr 2024 bundesweit mehr als 187.000 weibliche Opfer häuslicher Gewalt registriert. Insgesamt waren 265.942 Menschen betroffen. Das ist der höchste je gemessene Wert.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um 3,7 Prozent. 2023 waren 70,5 Prozent der Opfer weiblich. Experten gehen von einer höheren Dunkelziffer aus, da nicht alle Fälle gemeldet werden. Rein statistisch wird damit etwa alle zwei Minuten ein Mensch Opfer.
Weitere Informationen stellt das Bundeskriminalamt unter https://www.bka.de bereit.
Haushaltsmittel des Berliner Abgeordnetenhauses 2026 und 2027
Für den Bereich Gewaltschutz stehen im laufenden Jahr inklusive Bundesmittel rund 37,5 Millionen Euro zur Verfügung. 2027 sind 43,1 Millionen Euro eingeplant.
Zusätzlich bewilligte das Berliner Abgeordnetenhaus rund 19,3 Millionen Euro für die Jahre 2026 und 2027. Diese Mittel dienen der Schaffung und dem Betrieb neuer Plätze.
Die Finanzierung soll den Ausbau der Schutzangebote langfristig sichern und zusätzliche Kapazitäten ermöglichen.
FAQ
Wie viele Schutzplätze bietet das neue Frauenhaus in Berlin?
Die neue Einrichtung bietet 26 Familienplätze in zehn Wohnungen. Insgesamt verfügt Berlin nun über 393 Familienplätze mit 859 Betten für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder.
Wie viele Frauen und Kinder leben bereits im neuen Haus?
Seit Mitte Januar leben dort 18 Frauen und 13 Kinder. Die Adresse wird aus Sicherheitsgründen geheim gehalten.
Welche Vorgaben macht die Istanbul-Konvention für Berlin?
Nach den Vorgaben der Istanbul-Konvention muss Berlin 390 kostenlose Familienplätze für betroffene Frauen bereitstellen. Aktuell existieren 239 dieser Plätze in Frauenhäusern, weitere sollen im laufenden Jahr entstehen.
Wie hoch sind die aktuellen Zahlen zur häuslichen Gewalt in Deutschland?
Im Jahr 2024 wurden bundesweit 265.942 Menschen als Opfer häuslicher Gewalt registriert, darunter mehr als 187.000 Frauen. Das entspricht einem Anstieg von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Wie wird der Gewaltschutz in Berlin finanziert?
Für den Bereich Gewaltschutz stehen im laufenden Jahr rund 37,5 Millionen Euro zur Verfügung, 2027 sind 43,1 Millionen Euro vorgesehen. Zusätzlich wurden 19,3 Millionen Euro für die Jahre 2026 und 2027 für neue Plätze und deren Betrieb bereitgestellt.
Quelle: BZ Die Stimme Berlins, SN2 WORLD