Freitag, 15 August 2025 14:01

Mehr Badeunfälle in Berlin

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Rettungskräfte sichern Berliner Badestelle Rettungskräfte sichern Berliner Badestelle Foto: pixabay

In Berlin ist die Zahl der Badeunfälle in diesem Jahr bereits deutlich gestiegen. Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) kamen bislang elf Menschen ums Leben, im gesamten Jahr 2024 waren es 16. Im Vorjahr lag die Zahl noch um fünf Fälle höher. Besonders an Flüssen und Seen ist das Risiko groß, vor allem bei hohen Temperaturen.

Inhaltsverzeichnis:

Selbstüberschätzung bei jungen Männern

Laut DLRG-Sprecher Michael Neiße unterschätzen vor allem junge Männer die Gefahren beim Baden. Häufig missachten sie Baderegeln, überschätzen ihre Fähigkeiten und verzichten nicht auf Alkohol. Eine Gruppendynamik führt oft dazu, dass sich einzelne zu riskanten Aktionen hinreißen lassen. Männer seien insgesamt risikobereiter und versuchten beispielsweise, einen Fluss zu durchschwimmen. In der Mitte treten dann häufig Probleme auf, wie Krämpfe oder fehlende Kraft.

Gefahren für Nichtschwimmer und Kinder

Eine weitere Risikogruppe sind Nichtschwimmer. Gefährlich wird es, wenn Kinder oder Jugendliche in tiefere Bereiche geraten, in denen sie nicht mehr stehen können. Wenn der Rückweg ins flache Wasser nicht schnell gelingt, steigt das Ertrinkungsrisiko stark an. Solche Situationen entstehen oft an unbewachten Badestellen.

Hauptursachen im Überblick

  • Selbstüberschätzung der eigenen Schwimmfähigkeit
  • Alkohol- und Gruppendruck
  • Kreislaufprobleme bei hohen Temperaturen
  • Fehlendes Risikobewusstsein bei Nichtschwimmern
  • Unzureichende Aufsicht bei Kindern

Einfluss von Wetter und Temperaturen

Bei sommerlichen Temperaturen über 30 Grad steigt das Risiko deutlich. Wer zu wenig trinkt, kann dehydrieren und Kreislaufprobleme bekommen, was beim Schwimmen zu gefährlichen Situationen führt. Neiße betonte, dass auch tiefere Seen wie der Schlachtensee im Berliner Südwesten nicht gefährlicher seien als andere. Entscheidend sei nicht die Tiefe, sondern die Fähigkeit, sicher ans Ufer zurückzukehren.

Begrenzte Einsatzzeiten der Rettungsstationen

Die Rettungsstationen der DLRG sind nur zwischen Mai und September sowie ausschließlich an Wochenenden und Feiertagen besetzt. Unter der Woche und außerhalb dieser Saison sind viele Badestellen unbewacht, was zusätzliche Vorsicht erfordert. Warnschilder oder Zäune hält Neiße nicht für eine wirksame Lösung, da diese oft ignoriert oder umgangen werden.

Quelle: Berliner Morgenpost, www.24edu.info/de