Inhaltsverzeichnis:
- Luis Bonilla bringt das JM Jazz World Orchester nach Berlin
- Wallis Bird und Jim Rotondi im Repertoire
- Kaum Frauen auf der Bühne – nur drei Musikerinnen
- Tour durch Südeuropa mit Finale in Deutschland
- Musik als Brücke zwischen Kulturen
Luis Bonilla bringt das JM Jazz World Orchester nach Berlin
Das JM Jazz World Orchestra trat zum ersten Mal beim Young Euro Classic Festival in Berlin auf. Dieses Orchester gilt als erste international besetzte Jazz-Bigband speziell für junge Talente unter 26 Jahren. Seit seiner Gründung im Jahr 2007 wird es jährlich neu zusammengestellt. Die Musiker kommen aus allen Teilen der Welt – darunter Belgien, Griechenland, Indonesien, Australien, Kroatien, die Türkei, Neuseeland, Spanien, Süd- und Nordamerika.
Der Auftritt am Donnerstagabend bot Jazz in vielfältiger Form. Das Programm reichte von Swing und Funk bis Soul und Latin-Jazz. Leiter der Band ist seit vier Jahren der amerikanische Posaunist und Komponist Luis Bonilla. Mit ihm auf der Bühne standen 19 junge Talente, die durch internationale Vorspiele ausgewählt wurden. Einer von ihnen, der Belgier Bram Vanoverberghe, feierte während des Konzerts seinen 17. Geburtstag.
Wallis Bird und Jim Rotondi im Repertoire
Das Programm umfasste sowohl Klassiker als auch moderne Kompositionen. Zu hören war etwa East of the Sun von Brooks Bowman. Ebenso eine Bearbeitung eines Stücks des 2023 verstorbenen Jazz-Trompeters Jim Rotondi. Auch ein Werk der jungen irischen Komponistin Wallis Bird wurde aufgeführt – What’s Wrong With Changing, ein zeitgenössisches Stück mit politischem Unterton.
Die Auswahl unterstrich die stilistische Bandbreite der Formation. Jedes Werk wurde von einzelnen Musikern durch Solo-Parts hervorgehoben, was immer wieder zu Szenenapplaus führte. Die Bigband zeigte technische Reife und musikalisches Gespür.
Kaum Frauen auf der Bühne – nur drei Musikerinnen
Ein auffälliger Aspekt des Orchesters ist der geringe Frauenanteil. Mit der ukrainischen Saxophonistin Anna Illiushyna, der Sängerin Angelina Kolobukhova aus Belarus und Elisabeth Kornhuber aus Österreich standen nur drei Frauen auf der Bühne. Die restlichen Mitglieder waren männlich.
Trotzdem dominierte das Miteinander. Das Orchester vermittelte ein klares Bild interkultureller Zusammenarbeit. Junge Menschen aus über 15 Nationen vereint in einem Ensemble – das ist in Zeiten internationaler Krisen ein wichtiges Zeichen.
Tour durch Südeuropa mit Finale in Deutschland
Vor Berlin gastierte das Orchester in Italien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina. Die diesjährige Tournee dauerte etwa zehn Tage. Berlin bildete den Abschluss der Reise. Der Auftritt beim Young Euro Classic Festival markierte den ersten Beitrag des Orchesters zu diesem renommierten Format.
Die Atmosphäre in Berlin war konzentriert und gleichzeitig ausgelassen. Das Publikum zeigte sich begeistert, was sich in zahlreichen stehenden Ovationen widerspiegelte.
Musik als Brücke zwischen Kulturen
Initiativen wie das JM Jazz World Orchestra schaffen Räume für kulturelle Begegnung. Musik wird hier zur Sprache der Verständigung – unabhängig von Herkunft, Alter oder Geschlecht. Gerade in bewegten Zeiten erhält diese Rolle neue Bedeutung.
Das Festival Young Euro Classic bleibt damit ein Ort des Dialogs. Und das Orchester unter Leitung von Luis Bonilla beweist, dass Jazz lebendig, jung und global sein kann.
Quelle: RBB24, www.24edu.info/de